1. Mai im Salzlandkreis

Auch in diesem Jahr hatte der Kreisvorstand die Mitglieder im Kreisverband zur Teilnahme an den Veranstaltungen zum 1. Mai aufgerufen, um die Verbundenheit mit den Gewerkschaften und das Eintreten der LINKEN für die Interessen der abhängig Beschäftigten zu demonstrieren. In Aschersleben begann die traditionelle Kundgebung unter Beteiligung von Gewerkschaften, Parteien und Vereinen um 10 Uhr auf dem Holzmarkt Oberbürgermeister Michelmann (WIDAB) sprach ein Grußwort. Die Hauptrede hielt Gisbert Schmidt, Gewerkschaftssekretär der IG Bergbau-Chemie-Energie aus Magdeburg. Gewerkschaften sowie LINKE, SPD, CDU, MLPD und KPD waren mit Infoständen vertreten. Vor der Kundgebung gab es einen Demonstrationszug, zu dem die Interessengemeinschaft Contra Sozialabbau und die LINKE aufgerufen hatten. Die Maifeier klang über Mittag mit verschiedenen kulturellen Beiträgen als buntes Familienfest aus.

In Bernburg fand die Kundgebung unter Regie des DGB-Kreisvorstands diesmal auf dem Karlsplatz statt, was sich positiv auf die Teilnehmerzahl (knapp 300) auswirkte. Mit Infoständen vertreten waren IG BAU, ver.di, SPD, LINKE und KPD. Grußworte wurden von Seiten der SPD und der LINKEN gehalten. Oberbürgermeister Schütze (parteilos) war eingeladen, aber nicht erschienen. Die Hauptrede hielt der Bundestagsabgeordnete der LINKEN Jan Korte, ein Novum nach einer langen Reihe von SPD-Rednern in den zurückliegenden Jahren. Er verstand es, in seiner 20-minütigen kämpferischen, oft von Beifall unterbrochenen Ansprache den Nerv der Teilnehmer zu treffen. Ob Hartz-Gesetze, Krisenbewältigung, Mindestlohn, Vermögenssteuer, Börsenumsatzsteuer, Rente mit 67 – immer konnte er darauf verweisen, wie richtig die Forderungen des DGB sind (die sich meistens mit denen der LINKEN decken). Für die Kinderbetreuung (Hüpfburg, Mal- und Basteltisch) war die LINKE zuständig. Das anschließende Kulturprogramm mit Spielmannszug, Chorgesang und (erstmals) sehr interessanten Gesangs- und Tanz-beiträgen einer chinesischen Studentengruppe der Hochschule Anhalt war gemeinsam organisiert worden.

In Staßfurt fand in Ermangelung einer gewerkschaftlichen Kundgebung wieder der traditionelle Politfrühschopen der LINKEN unter freiem Himmel am Löderburger See statt, an dem über 20 Mitglieder und Sympathisanten teilnahmen. Gesprächsthemen waren die allgemeine politische Situation, die drohende Arbeitslosigkeit und die bevorstehenden Wahlen. Parallel fand in der Stadt Staßfurt das traditionelle Altstadtfest (Frühlingsfest) von Vereinen und Verbänden statt, auf dem auch die LINKE den ganzen Tag über mit einem Infostand vertreten war. Jan Korte stand am Nachmittag eine Weile mit am Stand.

Erstmals nach der Wende gab es in Könnern auf dem Platz des Friedens eine öffentliche Veranstaltung zum 1. Mai, und zwar auf Initiative und organisiert durch die örtliche Basisgruppe der LINKEN. Die mehr als 50 Teilnehmer wurden durch Richard Schmid, Mitglied des DGB-Kreisvorstands Bernburg, begrüßt. Auch hier hielt die Hauptrede Jan Korte, der nach seinem Bernburger Auftritt nach Könnern geeilt war. Für die musikalische Umrahmung sorgten die „Melonas“, eine Blaskapelle aus Ostrau. Die Mitglieder der LINKEN hatten ein buntes Kinderprogramm organisiert. Für das leibliche Wohl war selbstverständlich gesorgt.

Die größte und nach Zuschauerzahlen erfolgreichste Veranstaltung wurde auch in diesem Jahr wieder von den Schönebecker Genossinnen und Genossen der LINKEN im Naherholungsgebiet auf dem Bierer Berg organisiert. Das dreistündige Programm, moderiert von Sabine Dirlich, Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Kreistagsfraktion der LINKEN, umfasste verschiedene Tanzeinlagen der „Crazy Girls“ aus Biere, Vorführungen des 1. Schönebecker Judovereins und ein Wissensquiz mit Fragen zu den bevorstehenden Wahlen. Die Politik kam nicht zu kurz. Die Kandidatinnen und Kandidaten der LINKEN für die Stadtratswahl stellten sich vor. In einem Interview erläuterte Rosemarie Hein, Wahlkreiskandidatin für den Bundestag, ihre Vorstellungen für eine bessere Bildungspolitik in Deutschland. Zwischendurch gab es immer wieder Musik der Gruppe „Country Live“ aus Biere. An den Infoständen der LINKEN, von IG Metall und IG BAU wurde ausgiebig diskutiert. Der Eine-Welt-Laden Gnadau verkaufte Produkte aus fairem Handel. Auch das Wetter trug wieder zum guten Gelingen dieser Traditionsveranstaltung bei.