Viele Gespräche am Kinder- und Jugend – Kommunaltag

Am 09.03.2009 waren Eva von Angern (MdL / DIE LINKE) und der Staßfurter Parteichef der LINKEN, Ralf-P. Schmidt, nun schon in traditioneller Aktion mit ihrem „Kinder- und Jugend – Kommunaltag“ unterwegs.

Eva von Angern und Ralf-P. Schmidt machten sich auf den Weg, um selbst mit den ehren- und hauptamtlichen Kinder- und JugendarbeiterInnen der Region zu Themen der Kinder- und Jugendarbeit / Kinder- und Jugendpolitik ins Gespräch kommen.

Beide Gesprächspartner und weitere sachkompetente VertreterInnen, wie Rosemarie Hein vom Bundesparteivorstand der LINKEN und der Staßfurter Fraktionschef, Klaus Magenheimer, erwarteten an diesem Tag interessante Begegnungen.

Beim ersten Termin kam man in kleiner Runde mit Vertreterinnen der Staßfurter Verkehrswacht, welche die Kinderverkehrsschule in Staßfurt NORD führt, Frau Fenske vom Jukon e.V. und der Hausleiterin des kommunal geführten Jugend- und Bürgerhauses in den Räumen der Staßfurter Verkehrswacht zum Arbeitsfrühstück zusammen. Gemeinsam wurde die Situation der offenen Kinder- und Jugendarbeit, das Problem der knappen Finanzmittel und der personellen Engpässe in der Jugendarbeit thematisiert. Fraktionschef Klaus Magenheimer wies hier auf das Engagement seiner Fraktion zu den Themen Kinder- und Jugendentwicklungsplan und Sozialpass im Staßfurter Stadtrat hin. Dies werde auch im Wahlprogramm für die Kommunalwahl 2009 wieder eine Forderung sein.

Die Fachexperten aus Politik und täglicher Jugendarbeit waren sich am Tisch einig, dass es im Salzlandkreis dringend erforderlich ist, einen engagierten Kreis-Kinder- und Jugendring zu etablieren. Schmidt, selbst Mitglied im Kreistag und hier im Jugendhilfeausschuss, sicherte seine Unterstützung zu. Er appellierte auch nochmals an die Träger, für die Besetzung der noch 3 offenen Ausschusssitze, die für Jugendliche im Jugendhilfeausschuss noch bereitstehen, interessierte zu benennen.

Beim Zusammentreffen mit Nicole Schulze und Annett Bürger vom Internationalen Bund, der sich im Salzlandkreis u.a. für die Beratung von MigrantInnen engagiert, kam man schnell zu den Problemen von AusländerInnen und Hemmschwellen bei der Integration ins Gespräch. Neben der stetigen Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit für dieses doch sensible Thema, scheint es wohl im Landkreis auch wichtig, der Ausländerbeauftragten und der Integrationsbeauftragten des Salzlandkreises mehr Gehör zu verschaffen. Interessiert folgten die Politiker der LINKEN den Ausführungen der Fachfrauen des IB zu den Themen Integrationskurse, Migrationsdienst und Jugendmigrationsdienst. In diesem Zusammenhang wies die Landtagsabgeordnete Eva von Angern darauf hin, dass der Salzlandkreis beim Thema Rechtsextremismus ein Schwerpunktgebiet sei, Hier ist also eine weitere Vernetzung der Akteure gegen Rechts aus ihrer Sicht, wie mit dem Netzwerk gegen Rechts begonnen, erforderlich. Von Angern will sich dafür einsetzen, dass die Ausländerbeauftragte des Salzlandkreises auch auf Landesebene ihre Beteiligung und Schulung erfährt.

Aus Sicht der beiden Expertinnen des IB gebe es noch viel zu den Themen Aufenthaltsrecht, Leistungsrecht und Sprachförderung, sowie Arbeitsvermittlung und Bildungschancen zu tun, damit das beabsichtigte Ziel der Integration auch gelinge. Insbesondere gilt es, Vorurteile weiter abzubauen.

Auch sie erhielten, wie übrigens alle Frauen der Tourbegegnungen, eine rote Nelke in Würdigung des Internationalen Frauentages von den LINKEN überreicht.

Ein 3. Punkt, welcher seit Jahren fester Bestandteil der Tour der LINKEN ist, war die Kindertagesstätte „Sandmännchen“ in Trägerschaft der Stadt Staßfurt, welche als Kompetenzzentrum für frühkindliche Bildung agiert. Hier standen Kita-Leiterin Anneliese Lau, Petra Hamel von der Stadtverwaltung, Dorit Jödicke aus dem Elternkuratorium und Sozialausschussvorsitzende der Stadt Staßfurt, Christel Kretschmer, für ein Fachgespräch bereit. Schnell war man bei den Themen Kinderarmut, Freitischen, Kinderschutz, dem Problem der Ausgrenzung von Kindern arbeitsloser Elternteile durch die in Sachsen-Anhalt praktizierte Halbtagsregelung, aber auch beim Thema Personalbedarf und Qualität der Erzieherinnenausbildung. Hier fiel auf, dass sich Praktiker und Politiker in ihren Ansichten kaum unterscheiden. Die Elternkuratoriumsvertreterin Frau Jödicke betonte, wie wichtig es ist, dass die Elternschaft die Themen in der Kita solidarisch angehe und nicht Sozialneid schüre. In diesem Zusammenhang übergab sie den LINKEN auch eine Spendenanfrage zur Unterstützung der geplanten Spielplatzerrichtung an der Kita.

Am Nachmittag war dann eine Gesprächsrunde im Jugendclub der Ortschaft Förderstedt unter Trägerschaft von Rückenwind e.V. Schönebeck zu den Themen Ländliche Jugendarbeit und Eingliederung in die Stadt Staßfurt geplant. Jugendliche und Betreuer der Einrichtung erwarteten die Politiker mit zahlreichen Fragen und Problemen, die bereits beim Arbeitsfrühstück eine Rolle spielten. Insbesondere wünschen sich die Jugendlichen verlässliche Ansprechpartner und auch neue, jüngere Besucher in ihrem Treff. Aber auch zum Thema Jugendarbeitslosigkeit, diese war bei den anwesenden Jugendlichen durch bewegende Selbstschilderungen präsent, und zur Fusion mit der Stadt Staßfurt kam man schnell ins Gespräch. Schmidt aus Staßfurt sicherte hier seine Unterstützung zu und wolle sich den Fragen: Warum ist der Kita-Platz in Staßfurt billiger als in Förderstedt? Warum müssen Vereine in Förderstedt Miete zahlen und in Staßfurt nicht? stellen. Er betonte, dass ihm hier im Rahmen der Gleichberechtigung natürlich der Ausbau der Vorteile für die neu hinzugekommenen Staßfurter wichtig ist.

Zusammenfassend schätzten von Angern und Schmidt nach ihrer Tour ein, dass es für sie immer wieder wichtig und informativ sei, die Probleme und Fragen vor Ort zu sehen, zu besprechen und nach Lösungen zu suche. Dies können man eben nicht in den Stadtrats-, Kreistags und Landtagssitzungen erleben, aber dann dort in den Debatten zielorientiert und fachlich fundiert, mit Beispielen der Praxis thematisieren. So wollen DIE LINKEN ihre Arbeit verstehen und fortsetzen.