Kulturtour II

Am 12. März setzten Birke Bull und Stefan Gebhardt, kulturpolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, ihre Kulturtour durch Bernburg fort. Sie besuchten zwei weitere kulturelle Einrichtungen der Stadt. In einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der Theater- und Veranstaltungs GmbH, Herrn Setz, informierten sie sich über die Geschichte und die Struktur der Gesellschaft. Ein angeschnittenes Problem betraf den Bereich Finanzen. Das Budget der Gesellschaft hat sich seit 6 Jahren nicht erhöht, so dass bei steigenden Kosten für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen weniger Mittel zur Verfügung stehen. Trotzdem schafft es die Gesellschaft, 400 Veranstaltungen im Jahr auf die Beine zu stellen. Hinzu kommen fast genauso viele Fremdveranstaltungen, bei denen die Einrichtungen der GmbH an andere Veranstalter vermietet werden. Die durchschnittliche Platzauslastung von circa 80 % beweist, dass die Qualität der Arbeit sehr gut ist.

Die Zusammenarbeit mit den Schulen gelingt auf zwei Ebenen: Bei der Auswahl der Stücke werden Lehrerinnen und Lehrer einbezogen und Abo-Angebote an Schulklassen ausgereicht. Außerdem arbeitet die Theaterpädagogin mit zahlreichen Schülertheatergruppen zusammen.

Um auch Personen mit niedrigem Einkommen einen Theaterbesuch zu ermöglichen werden nicht verkaufte Theaterkarten kurz vor Veranstaltungsbeginn für einen Euro angeboten. Leider wird dieses Angebot nur sehr selten angenommen.

 

In der Stadtbibliothek trafen die beiden Abgeordneten auf die Leiterin, Frau Rhizia und die entsprechende Amtsleiterin des Schul- und Kulturamtes der Stadtverwaltung, Frau Pulst. In einem anregenden Gespräch ging es um den Entwurf eines Bibliotheksgesetzes der Landtagsfraktion der LINKEN. Alle Gesprächspartner/innen waren sich darin einig, dass Bibliotheken nicht nur Bestandteil der kulturellen Daseinsvorsorge sind, sondern auch als Bildungseinrichtungen fungieren. Der Gesetzentwurf zielt  <//span>deshalb u.a. darauf ab, Bibliotheken in den Rang der Pflichtaufgaben zu heben. Diskutiert wurde außerdem über die Nutzungsgebühren.

Beeindruckt waren die Abgeordneten über die Offenheit des Hauses, das nahezu den Charakter einer Begegnungsstätte hat. Auch ohne Ausleihe und damit Mitgliedschaft kann sich jeder im Haus aufhalten, die Bestände oder das Internet nutzen. Es wird durch viele Veranstaltungen versucht, Kinder zum Lesen zu bewegen. Die Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten und Schulen funktioniert dabei sehr gut. Leider gibt es auch hier das Problem, dass Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern wesentlich seltener die Bibliothek nutzen als andere. Eine mögliche Gebührenbefreiung durch Sponsoring wird in nur sehr geringem Maße angenommen. Die Abgeordneten waren sich einig, dass nur die Schule diese (Bildungs-)Barriere durch viel Engagement bei der Elternarbeit aufbrechen kann.