Saisonauftakt des CSD in Schönebeck

Natalie Nagel

Traditionell findet der erste Christopher Street Day des Jahres in Sachsen-Anhalt in Schönebeck statt. Am 25.04. war es wieder soweit. Die Organisation CSD Sachsen-Anhalt hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sichtbarkeit der LGBTIQ* Community insbesondere im ländlichen Raum unseres Bundeslandes zu fördern, wo queere Menschen noch stärker mit Ausgrenzung zu tun haben als in den großen Städten – und dies leider zunehmend. 

Wir vom Ortsverband ELSA-Land freuen uns, dass diese wundervoll bunte, politische Demonstration Jahr für Jahr nach Schönebeck kommt, und unterstützen den CSD mit einem Infostand. Dieser wurde hervorragend angenommen, und wir durften viele mutmachende Gespräche mit großartigen Menschen führen. 

Unsere Direktkandidatin Natalie Nagel fuhr auch auf dem Demowagen mit durch die Stadt und ergriff das Mikrofon für eine Rede. Hier ein Auszug daraus:

„Während wir hier heute zusammenstehen, erleben wir gleichzeitig, wie queere Menschen wieder stärker angegriffen werden – verbal, politisch und leider auch körperlich. Unsere Freiheit und unsere Rechte sind keine Selbstverständlichkeit, aber wir kämpfen dafür. Gemeinsam, jeden Tag. Ich bin Psychologin und sehe bei meinen Patient:innen, was Ausgrenzung mit Menschen macht. Wir dürfen nicht hinnehmen, dass es in unserer Gesellschaft gefährlich sein kann, anders zu sein. Wir sind alle anders. Der CSD ist wichtig, um gerade auch jungen Menschen zu sagen: „Du bist richtig, so wie du bist, und hast das Recht auf ein gutes Leben, genau so, wie du es führen willst.“

Wir brauchen politische Veränderungen, wir brauchen echte Gleichstellung. Wir brauchen Schutz vor Diskriminierung und eine Gesundheitspolitik, die alle mitdenkt. Gerade in Sachsen-Anhalt fühlen sich viele queere Menschen allein gelassen. Das ist ganz klar auch ein politisches Versagen. Queere Rechte sind Menschenrechte, diese sind nicht verhandelbar. Rechte Kräfte versuchen, das in Frage zu stellen, sie wollen Vielfalt zurückdrängen. Wir sind solidarisch, wir lassen niemanden zurück, auch wenn der Ton rauer wird.“

Wir danken dem CSD Sachsen-Anhalt für sein großartiges Engagement und wünschen ihm eine kraftvolle Saison.