8. Mai in Löderburg

Klaus Magenheimer

Redebeitrag von Klaus Magenheimer zum 8.Mai in Löderburg

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde!

Heute jährt sich die Befreiung vom Hitlerfaschismus zum 80. Mal.

Wir erinnern hier und heute mit vielen anderen aufrechten Demokraten und Antifaschisten an den Tag – an dem die faschistische Wehrmacht bedingungslos kapitulierte. Und damit der beispiellose Terror der faschistischen Diktatur, der systematischen Vernichtung von Millionen Menschen, der Weltkrieg, die Shoah, die Verfolgung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, von Menschen mit Behinderungen, politisch Andersdenkenden, Homosexuellen, von Zwangsarbeitern undKriegsgefangenen – ein formales Ende fanden.Wir gedenken aller Opfer dieses Menschheitsverbrechen.

Es schmälert nicht den Anteil der Soldaten der anderen alliierten Armeen am Sieg über den Hitlerfaschismus, wenn wir den Heroismus der Roten Armee hervorheben.

Kein anderes Land erfuhr den Vernichtungswillen des deutschen Faschismus auf eigenem Boden so wie der erste Arbeiter- und Bauernstaat der Menschheitsgeschichte. Das Wissen um die Absicht – 40 Millionen Sowjetbürger ausrotten und den Rest versklaven – trennt bis heute große Teile der Ost- und Westdeutschen – letztlich sind 27 Millionen tote Sowjetbürger zu beklagen. Wir gedenken auch heute den antifaschistischen Widerstandskämpfern im In- und Ausland, den Partisanen, den Überlebenden der unzähligen Vernichtungslager, die nicht aufgehört haben zu kämpfen für eine bessere Welt und als Zeitzeugen auch noch heute an diese schreckliche Zeit erinnern. Die Überlebenden von Buchenwald formulierten 1945 einen Schwur, der bis heute Verpflichtung ist. Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung.Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel. Man kann hier und heute sagen: Die Bundesrepublik wurde gegründet, um den Sieg derRoten Armee rückgängig zu machen. Die DDR wurde gegründet, um das zu verhindern. Heute 80. Jahre später ist die Erinnerung und der Schwur bedroht. Nicht nur rechtsextreme Kräfte arbeiten an einer erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad. Die Vertreter der Nation – die die größten Opfer gebracht hat werden ausgeladen. Gleichgültigkeit macht sich bereit. Stolpersteine werden geschändet, Gedenkstätten mit Hassparolen und rechtsextremen Angriffen konfrontiert. Diese Angriffe geschehen nicht im luftleeren Raum, sie sind Teil eines gesellschaftlichen Klimas von Spaltung, Geschichtsrelativierung, legen den Grundstein für eine Diktatur der Barbarei. Gedenk- und Erinnerungskultur braucht Schutz und Unterstützung. Kürzungsdebatten gefährden die Existenz von Gedenkstätten und politischen Projekten. Antifaschistische Erinnerungsarbeit ist keine Nebensache – sie ist demokratische Daseinsvorsorge – sie ist uns Herzenssache. – wie unsere gemeinsame Initiative in unserer Stadt – der Aufnahme unseres Bürgermeisters als Mayor für den Frieden, in einer weltweiten Bewegung. Sie soll auch mit dazu beitragen, den Krieg in der Ukraine und auch im Gaza-Streifen zu beenden.

Wir zeigen auch klare Kante gegen alle Versuche, Geschichte zu relativieren oder umzudeuten – wie es die AfD macht, oder von rechts außen bis hinein in die Mitte der Gesellschaft.

Wir sagen nein zur Aufrüstung und Kriegstauglichkeit – der Verschwendung von vielen Milliarden für Krieg und Rüstungsgewinne. Wir sagen nein zum Sparen bei den Bürgern, in den Schulen oder im Gesundheitswesen.Wir treten ein für ein Nie wieder – niemals wieder schweigen. Wir kämpfen für eine Gesellschaft- in der alle Menschen ohne Angst verschieden zu sein leben können.

Ich möchte enden mit einem Zitat der Fraktion Die Linke im Bundestag – veröffentlicht in der Jungen Welt von gestern.

„Dank Euch, Befreier

gegen Krieg und Faschismus.

Wer hat vollbracht die Taten

die uns befreiten von der Fron?

Es waren die Sowjetsoldaten,

die Helden der Sowjetunion.“