Anne Frank in Schönebeck
Am 21. November dieses Jahres war es wieder so weit: Sabine Dirlich, Roland Claus, Nathalie Nagel und ich besuchten zum wiederholten Mal die Stadtbibliothek in Schönebeck und ließen uns von Schülerinnen und Schülern der Oskar-Kämmer-Schule „Leben lernen“ in Schönebeck ihre Ausstellung zum Leben und Wirken der Anne Frank zeigen. Diese Ausstellung ist etwas ganz Besonderes, denn sie wird in jedem Jahr von der 9. Klassenstufe der Sekundarstufe fortgeführt. Es gibt einen Teil, der in jedem Jahr wieder ausgestellt wird. Ein Teil kommt jährlich neu dazu.
Die Schule besucht regelmäßig unterschiedliche Gedenkstätten von ehemaligen Konzentrationslagern. Die Jugendlichen zeigen nicht nur Fotos, die sie vor Ort gemacht haben, sondern auch ihre Eindrücke verbunden mit Geschichten, Gedichten, Gedanken und anderen Ausdrucksformen. Für uns war es besonders beeindruckend, dass es den Schülerinnen und Schülern wichtig war, uns die Ausstellung persönlich vorzustellen. Wir nutzten die Möglichkeit, um mit ihnen über die aktuelle Situation in Sachsen-Anhalt zu sprechen. Besonders bewegend war, dass sie ihr eigenes Erleben aus der Schule darstellten. Hierbei geht es nicht selten um politi-sche Auseinandersetzungen und um ein Erstarken des rechtsextremen Gedankenguts in den Klassen, die zu einer Spaltung führt. Hier müssen wir als Linke Ideen entwickeln, wie Lehrerinnen und Lehrer in ihrem möglichen Rahmen die Geschichte möglichst nahbar darstellen und daraus ebenfalls Schlüsse für die Gegenwart gemeinsam ziehen können.
Als Linksfraktion haben wir in 2025 einen Antrag in den Landtag eingebracht, der die Schulen auffordert, Gedenkstättenfahrten zu Konzentrationslagern verpflichtend anzubieten. Die Teilnahme kann immer nur freiwillig, nicht verpflichtend für die Schülerinnen und Schüler sein. Doch es ist für uns ein wesentlicher Teil der Ausbildung in der Schule, dass dieser Teil unserer Geschichte im Besonderen beleuchtet wird. Die Erfahrung und die Eindrücke in den Gedenkstätten vor Ort sind nahbar und spürbar und durch keinen noch so gut gestalteten Unterricht ersetzbar.
Wir sind gespannt, in welcher Form die Anne-Frank-Ausstellung in Schönebeck im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Ein besonderen Dank gilt Daniela Knopf, die die Ausstellung in der Schule jedes Jahr aufs Neue engagiert begleitet.

