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Foto: privat

Politik trifft Praxis: Einblick in die Sozialpädagogische Familienhilfe der AWO

Natalie Nagel

Wie sieht die Unterstützung für Familien aus, die im Alltag vor großen Herausforderungen stehen? Welche Hilfen gibt es, wenn finanzielle Sorgen, Erziehungsprobleme oder persönliche Krisen das Familienleben belasten? Antworten auf diese Fragen erhielten Politiker*innen beim jüngsten „Speedpraktikum“ der AWO Salzlandkreis e.V., das diesmal einen Einblick in die Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) nach § 31 SGB VIII bot.

Nach der Begrüßung durch die AWO-Salzlandkreis-Geschäftsführerin, Ines Grimm-Hübner, stellten die Mitarbeiter:innen der Familienhilfe ihre tägliche Arbeit vor. Schnell wurde deutlich: Sozialpädagogische Familienhilfe bedeutet weit mehr als klassische Beratung. Sie begleitet Familien oft über einen längeren Zeitraum, unterstützt bei Erziehungsfragen, hilft bei der Bewältigung des Alltags, vermittelt zu Behörden und Institutionen und stärkt Familien dabei, eigene Lösungen für ihre Herausforderungen zu entwickeln.

Im Mittelpunkt steht dabei stets das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Die Familien entscheiden selbst, welche Unterstützung sie benötigen. Die Fachkräfte begleiten und beraten, ohne zu bevormunden.

Der praktische Teil des Speedpraktikums war besonders eindrucksvoll. Gemeinsam mit von der AWO begleiteten Familien wurde gekocht, gegessen und vor allem miteinander gesprochen. In einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre berichteten die Teilnehmenden von ihren Erfahrungen und den Herausforderungen ihres Alltags.

Dabei wurden viele Probleme deutlich, mit denen Familien im Salzlandkreis zu kämpfen haben. Immer wieder wurde die angespannte Situation auf dem Wohnungsmarkt angesprochen. Bezahlbarer Wohnraum sei vielerorts kaum noch zu finden. Alleinerziehende fühlten sich häufig mit ihren Belastungen allein gelassen und wünschten sich mehr Unterstützung. Auch die Inklusion von Kindern mit Behinderung war ein Thema. Viele Familien berichteten von fehlenden Angeboten und Hürden im Alltag. Hinzu kommen steigende Lebenshaltungskosten, die dazu führen, dass Freizeitaktivitäten, Vereinsmitgliedschaften oder Klassenfahrten für manche Familien kaum noch finanzierbar sind.

„Wer Familien wirklich stärken will, muss die Lebensrealität der Menschen ernst nehmen. Die Familien, mit denen wir gesprochen haben, brauchen keine wohlklingenden Sonntagsreden, sondern bezahlbare Wohnungen, echte Unterstützung für Alleinerziehende, mehr Inklusion und die Sicherheit, dass jedes Kind die gleichen Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe hat. Genau dafür setzen wir uns als Die Linke ein“, betonte Natalie Nagel, Landtagskandidatin im Salzlandkreis.

 

Das Speedpraktikum zeigte, wie wichtig die Arbeit der Sozialpädagogischen Familienhilfe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist. Sie befähigt Familien, Krisen zu bewältigen, stärkt Kinder in ihrer Entwicklung und verhindert häufig, dass Probleme weiter eskalieren.

Für die teilnehmenden Politiker:innen bot der Tag wertvolle Einblicke in die Lebensrealität vieler Familien. Politische Entscheidungen werden oft am Schreibtisch getroffen. Umso wichtiger sind Formate wie dieses, die den direkten Austausch ermöglichen und zeigen, wo Unterstützung tatsächlich benötigt wird.

Unser Dank gilt der AWO Salzlandkreis e.V., ihren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Familien, die bereit waren, ihre Erfahrungen mit uns zu teilen. Solche Begegnungen machen deutlich: Gute Sozialpolitik beginnt mit Zuhören.

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