Solidarität im Winter der sozialen Kälte
In unserem Wohnort Belleben ist der Altersdurchschnitt hoch. Viele Anwohnerinnen und Anwohner können das Schneeschippen körperlich nicht mehr leisten oder schaffen es schlicht nicht mehr. Uns war wichtig, dass niemand auf glattem Boden ausrutscht oder sich verletzt, denn ein Sturz kann gerade im Alter schwerwiegende Folgen haben. Während wir Wege freiräumten und Zugänge sicherten, kamen wir ins Gespräch. Ein kurzer Gruß, ein Dankeschön, manchmal ein paar Worte über die Sorgen des Alltags. Viele erzählten von Altersarmut, von steigenden Lebensmittelpreisen und davon, dass die Rente oft nicht mehr ausreicht. Auch das Besorgen von Lebensmitteln ist für viele zu einer echten Herausforderung geworden. Sie berichteten von früher, von Tante Emma Läden, Fleischern und Bäckern in jedem Dorf. Heute sterben die Dörfer aus, und gerade im Winter ist der Weg zur Bushaltestelle um in die Stadt zu kommen für viele kaum noch zu bewältigen. Andere sprachen über ihre Einsamkeit, darüber, dass Kinder und Verwandtschaft nicht mehr in der Nähe wohnen und der Alltag immer stiller wird.
Diese Begegnungen zeigen, wie wichtig Zusammenhalt ist, besonders in Zeiten, in denen sich viele Menschen von Politik und Gesellschaft allein gelassen fühlen. Persönlicher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen. Für mich als Direktkandidat zur Landtagswahl sind diese Gespräche besonders wertvoll. Sie geben mir nicht nur Einblicke, sondern auch Verantwortung mit auf den Weg. Es ist nicht nur Mitgefühl, auch wenn mich manche Geschichten sehr berühren und lange beschäftigen. Es ist vor allem die klare Erkenntnis, wie wichtig es ist, greifbar zu sein, zuzuhören und präsent zu bleiben.
Begleitet haben wir unsere Aktion mit der Verteilung der Fraktionszeitung „Klipp & Klar“. Denn Solidarität endet für uns nicht beim Schneeschippen. Sie bedeutet auch, miteinander ins Gespräch zu kommen, politische Inhalte zu erklären und deutlich zu machen, wofür Die Linke steht, für soziale Sicherheit, für Respekt und für ein Leben in Würde, unabhängig vom Alter oder vom Geldbeutel. Und ganz ehrlich: ein ehrliches, von Herzen kommendes Dankeschön tut gut. Besonders dann, wenn mein Sohn mit seinen 15 Jahren für sein Mithelfen gelobt wird. Das macht mich stolz, als Vater und als Mensch. Genau diese Momente zeigen, dass Solidarität mehr ist als ein Wort. Sie zeigt sich im Tun. Manchmal eben auch früh am Morgen, bei Schnee und Kälte, direkt vor der eigenen Haustür.

