LINKE erhielten Antwort aus dem Staßfurter Rathaus zum Thema Freitische
Der Stadtvorsitzende der Staßfurter LINKEN, Ralf-P. Schmidt und Fraktionsvorsitzender der Stadtratsfraktion DIE LINKE. Staßfurt / offene Liste, Klaus Magenheimer, wandten sich in einem Schreiben an Oberbürgermeister Rene Zok.
Mit dem Ziel, auch an Staßfurts Grundschulen Freitische für bedürftige Schülerinnen und Schüler zu schaffen, wandten sich der Stadtvorsitzende der Staßfurter LINKEN, Ralf-P. Schmidt und Fraktionsvorsitzender der Stadtratsfraktion DIE LINKE. Staßfurt / offene Liste, Klaus Magenheimer, in einem Schreiben an Oberbürgermeister Rene Zok. Sie forderten die Umsetzung des § 72 a Schulgesetz LSA durch die Stadt Staßfurt als Schulträger der Grundschulen.
Nun liegt der Partei ein Antwortschreiben aus dem Staßfurter Rathaus vor. In diesem heißt es: „Ihre Behauptung, dass das Thema Freitische durch die Stadt Staßfurt als Träger der Grundschulen nicht umgesetzt ist, weise ich zurück."
Dies verwundert uns LINKE, da unsere Recherche ergab, dass es an Staßfurter Grundschulen bisher keine Freiessen für bedürftige Kinder gibt. Doch die weitere Antwort lässt hoffen, denn Herr Zok formuliert weiter: „Bei Kenntnis eines besonderen Falles würden selbstverständlich im Ergebnis der Würdigung des Einzelfalls bei Vorliegen der Voraussetzungen veranlasst werden, eine kostenfreie Mittagsversorgung zur Verfügung zu stellen.“
Diese Antwort sollte nun in Staßfurt auch zur Anwendung kommen. Eltern, Lehrer, Direktoren und nicht zuletzt auch in bedürftigen Familien agierende Sozialpädagogen sind nun gefragt, dem im Schulgesetz benannten Personenkreis den Zugang zu den Freitischen zu ermöglichen. Denn Fakt ist: Kinder können sich nicht darum selbst kümmern.
Natürlich befremdet uns die Antwort aus dem Staßfurter Rathaus, dass der Kommune, als kleinste öffentliche Zelle in der Gesellschaft, angeblich keine Einzelfälle bekannt sind, die unter den Folgen der Hartz IV-Gesetzgebung, dem in Deutschland seit Jahren praktizierten Sozialabbau leiden, durch Kinder- und Familienarmut betroffen sind. Uns LINKEN sind sie jedenfalls bekannt und wir sehen diese tagtäglich in unserer Stadt. Und wir werden den Betroffenen mit helfen, ihre Ansprüche durchzusetzen. Schließlich ist das Schulgesetz ein Landesgesetz. An dem auch die Stadt Staßfurt nicht vorbei kann.
Somit fordern wir Staßfurter LINKEN den Oberbürgermeister weiterhin auf, „sich in der Fachverwaltung mit dem Thema zu befassen, die Umsetzung zeitnah zu realisieren. und im zuständigen Fachausschuss, im Stadtrat zu informieren.“
Wir meinen weiterhin: Das Thema Freitische darf in der Stadt Staßfurt nicht länger ignoriert werden. Die uns in zahlreichen Statistiken vorliegenden Zahlen von Arbeitslosigkeit, Sozialbedürftigkeit und konkret erst durch uns zur Thematik Schulstarterpakete im Salzlandkreis dargestellte Sachlage, dass ein Viertel aller EinschülerInnen in Sozialleistungsfamilien leben, macht offenkundig, dass hier Handlungsbedarf besteht. Wir gehen davon aus, dass es zum Thema Wichtigkeit der regelmäßigen und gesunden Ernährung, zur Sozialstruktur in den Familien Deutschlands, Kinderarmut, Familienarmut, ungleiche Bildungschancen usw. eine öffentliche Debatte gibt, die auch in Staßfurt zu führen ist, zumal die Kommune zur Umsetzung des Gesetzes verpflichtet ist.
Wir setzen auf eine zügige Einführung der Freitische in Staßfurt. Dazu haben wir auch ein formloses Antragsformular entworfen, das Sie hier herunterladen können.
