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Rendite kommt vor Kundenzufriedenheit

Zur angekündigten Fahrpreiserhöhung und der Einführung einer so genannten Servicepauschale bei der Deutschen Bahn AG erklärt die Bundestagsabgeordnete Elke Reinke (DIE LINKE):

Zur angekündigten Fahrpreiserhöhung und der Einführung einer so genannten Servicepauschale bei der Deutschen Bahn AG erklärt die Bundestagsabgeordnete Elke Reinke (DIE LINKE):

 "Viele Bahnfahrer in Aschersleben und Umgebung bedrückt die neuerliche Fahrpreiserhöhung von durchschnittlich 3,9 Prozent zum 14. Dezember und die Einführung einer "Servicepauschale". Als Mitglied im zuständigen Bundestagsausschuss für Senioren wurde ich von zahlreichen älteren Mitbürgern dazu angesprochen. Als Abgeordnete habe ich zwar eine Netzkarte der Deutschen Bahn AG und bin nicht direkt von den Verschlechterungen betroffen. Dennoch macht mich diese Situation wütend.

DIE LINKE lehnt die "Servicepauschale" strikt ab, weil dadurch vor allem Ältere, Behinderte und technisch nicht so versierte Menschen benachteiligt werden. Gerade diese Bevölkerungsgruppen haben oftmals keinen Internetanschluss und Menschen mit Sehschwäche können Ticketautomaten selten bedienen. Die "Servicepauschale" von 2,50 Euro wird dazu führen, dass immer weniger Menschen die Fahrkartenschalter nutzen und damit auch diese Arbeitsplätze über kurz oder lang abgebaut werden. Die dort Beschäftigten sind ab sofort "Angestellte auf Abruf".

Die neuerlichen Fahrpreiserhöhungen sind ein weiterer Schlag ins Gesicht der Bahnkunden. Es gibt keinen vernünftigen betriebswirtschaftlichen Grund dafür, zumal die Bahn ordentliche Gewinne einfährt. Aus Umweltgesichtspunkten ist dies ebenfalls unverständlich, weil nun wieder mehr Menschen auf PKW umsteigen werden. Für die bevorstehende Landesgartenschau in Aschersleben und der internationalen Bauausstellung in Sachsen- Anhalt 2010 wird sich dies nicht gerade positiv  auswirken.

Sehr wahrscheinlich handelt es sich hierbei um ein Geschenk an potenzielle Investoren. Bahnchef Mehdorn dreht am Börsenrad. Die Bahn verabschiedet sich im Zuge der Kapitalprivatisierung völlig vom Prinzip der Kundenorientierung und hat künftig allein die Rendite für die Aktionäre im Blick. Der eigentliche Sinn eines Verkehrsunternehmens gerät damit unter die Räder."

 

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