Wiederholungstäter Sarrazin muss das Handwerk gelegt werden
Zu den umstrittenen Äußerungen von Thilo Sarrazin erklärt MdB Elke Reinke:
Herr Sarrazin sollte seine menschenverachtenden Äußerungen mit dem Einsatz seines Gehirns regulieren, sofern dies überhaupt möglich ist, erklärt die Bundestagsabgeordnete Elke Reinke (DIE LINKE) zu den Aussagen des neuen Bundesbankvorstands Thilo Sarrazin über den angeblich verschwenderischen Umgang vieler Hartz-IV-Beziehenden mit Energie (Hartz-IV-Empfänger sind erstens mehr zu Hause; zweitens haben sie es gerne warm, und drittens regulieren viele die Temperatur mit dem Fenster, stern, 13.05.2009).
Reinke weiter: Der ehemalige Finanzsenator Berlins kommt mit seiner verletzenden, von plumpen Vorurteilen durchtriebenen Art nicht einmal auf die Idee, dass Hartz-IV-Beziehende deshalb so oft zu Hause sind, weil sie unverschuldet ihren Arbeitsplatz verloren haben und die Regelleistungen nicht annähernd gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. Der Anteil für Energiekosten im Regelsatz deckt in keiner Weise die tatsächlichen Kosten und zwingt zum strengen Sparen. Menschen wie Sarrazin lassen es mit ihrer gefährlichen Mischung aus Unwissenheit und Dummheit darauf ankommen, dass Massenarmut in Massenhass und soziale Unruhen umschlagen kann.
Doch damit nicht genug, macht Sarrazin auch vor Rentnerinnen und Rentnern nicht halt: Er tritt die Lebensleistungen dieser Menschen mit Füßen, wenn er fordert, dass die Renten auf das Niveau einer Grundsicherung sinken müssen.
Wen wundert´s, Herr Sarrazins Lebensabend ist ja üppig abgesichert, andere können dann ruhig bis 67 und länger arbeiten, eine Armutsrente beziehen und schnell in den Sarg fallen.
Schließlich dürfen auch jüngere Menschen in seinem primitiven Rundumschlag nicht fehlen: Er propagiert in widerlicher Weise weiteren radikalen Sozialabbau, wenn er tönt, dass man durch Kinder nicht seinen Lebensstandard verbessern können soll und daher das Sozialsystem geändert werden muss. Vielleicht sollte Sarrazin bei allen Unterstellungen auch mal genauer darlegen, wie er sich seine Variante von moderner Geburtenkontrolle vorstellt, nach der nur diejenigen Kinder bekommen dürfen, die damit fertig werden und die entsprechenden persönlichen Eigenschaften haben. Damit Eltern und ihre Kinder ein würdevolles Leben mit größtmöglicher Teilhabe haben, braucht es für Eltern genügend Arbeitsplätze mit Vergütung zumindest auf Mindestlohnniveau von 10 Euro und für Kinder bedarfsgerechte Leistungen, zum Beispiel eine Kindergrundsicherung.
Ich frage mich: Wie kann die SPD lernunwillige Wiederholungstäter wie Sarrazin nur weiterhin in ihren Reihen dulden? Das Wort sozialdemokratisch in ihrem Namen wird dadurch mehr denn je zur Farce. Für mich ist eines klar: Sarrazin muss das Handwerk gelegt werden.
Dass gerade nicht Hartz-IV-Beziehende, Rentnerinnen und Rentner sowie Familien mit Kindern an der derzeitigen Finanz- und Wirtschaftskrise Schuld tragen, zeigen morgen, am 16. Mai 2009, hoffentlich Tausende von Menschen auf der Demonstration in Berlin unter dem Motto ,Die Krise bekämpfen. Sozialpakt für Europa! Die Verursacher müssen zahlen'.
Nähere Informationen zu der Demonstration finden Sie unter http://www.linksfraktion.de/nachricht.php?artikel=1456078261.
